Der Luftverkehr, auf den 2 % der weltweiten Treibhausgasemissionen entfallen, setzt sich heute für eine nachhaltigere Luftfahrt ein. Dabei geht es um die Dekarbonisierung des Luftfahrtsektors, der derzeit noch auf fossilen Energieträgern beruht. Dies ist auch das Ziel, das sich Europa und die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) gesetzt haben: bis 2050 Kohlenstoffneutralität im Luftverkehr zu erreichen. Innovation und technologischer Fortschritt (F&E) sind die wichtigsten Entwicklungsfelder für eine dekarbonisierte Luftfahrt. Dennoch gibt es weitere ebenso wirksame Maßnahmen, mit deren Umsetzung Fluggesellschaften und Flughäfen bereits begonnen haben. Das Eco-Kriterium Airports & Travel wurde vor diesem Hintergrund entwickelt. Ziel ist es, Reisenden dabei zu helfen, eine fundierte Reiseentscheidung zu treffen – mithilfe eines Instruments, das die konkreten ökologischen Maßnahmen der Akteure im Luftverkehr bewertet. 

Das Airport Eco-Kriterium von Airports & Travel: engagiert und transparent

Initiativen von Fluggesellschaften und Flughäfen würdigen und fördern

Ein objektives Eco-Kriterium, das auf europäischen Zielsetzungen und Vorgaben basiert

Eine fundierte Reiseentscheidung ermöglichen 

Airport Eco-Kriterium

Struktur des Airport Eco-Kriteriums
Wert
Siegel der Airport Carbon Accreditation (ACA)
Aéro Biodiversité-Siegel
Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt
Bereitstellung alternativer Energien
Politik des vernünftigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen
Politik der Mülltrennung und des Recyclings
Installation von Photovoltaikanlagen
Ausbau der Zugangsmöglichkeiten zum Flughafen
Andere Umweltinitiativen

Flughäfen als Akteure für eine nachhaltigere Luftfahrt

Die Flughäfen werden anhand ihrer Energieeffizienz, ihres ökologischen Managements und ihres Engagements zur Reduzierung der CO₂-Emissionen bewertet.

Energieeffizienz und Umweltmanagement von Flughäfen

Das Siegel der „Airport Carbon Accreditation“

2009 wurde das Siegel der „Airport Carbon Accreditation“ (ACA) auf europäischer Ebene eingeführt und bis 2014 schrittweise weltweit ausgeweitet. Es handelt sich um das einzige weltweite Programm zur Zertifizierung des Kohlenstoffmanagements an Flughäfen, das von den Institutionen anerkannt wird. Es umfasst 7 Akkreditierungsstufen (1, 2, 3, 3+, 4, 4+, 5), um die Dekarbonisierung der Aktivitäten an Flughäfen anzuregen, zu unterstützen und zu begleiten. Das ACA-Label wird ab der Stufe 3 „Optimization“ bedeutsam, indem es den Flughafen und seine Partner in die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks einbindet. Dies kann die Optimierung des Flugbetriebs umfassen, etwa die Verbesserung der An- und Abflugverfahren, oder auch das ökologische Rollen zur Optimierung der Abläufe am Boden, beispielsweise durch den Betrieb mit nur einem Triebwerk bei Bewegungen auf dem Vorfeld, elektrisches Rollen oder andere mit Strom oder Wasserstoff betriebene Geräte … Die ACA-Stufe 3 umfasst die CO2-Emissionen aus SCOPE 3 und erfasst den CO2-Fußabdruck präzise, um ihn wirksam reduzieren zu können. Die höheren Akkreditierungsstufen zeugen von tatsächlichen Anstrengungen und einem konkreten Engagement des Flughafens zur Reduzierung seines CO2-Fußabdrucks und damit zur weltweiten Erreichung einer kohlenstoffneutralen Luftfahrt bis 2050. Die ACA-Stufe 4 berücksichtigt die langfristige Dimension der Ziele zur Emissionsreduzierung im Einklang mit den aus dem Übereinkommen von Paris abgeleiteten Reduktionspfaden. Die beiden Stufen (3+ und 4+) umfassen zusätzlich zur reinen Reduzierung an der Quelle auch den Ausgleich der verbleibenden Emissionen. Die Stufe 5 stellt schließlich den anspruchsvollsten Ansatz dar, da sie das Konzept der Kohlenstoffneutralität integriert. Der Flughafen muss für seine Scope-1-Emissionen, also die direkten, mit der Tätigkeit des Flughafens verbundenen Emissionen, und für Scope 2, also die indirekten Emissionen aus dem für den Flughafenbetrieb erforderlichen Energieverbrauch, Netto-Null-Emissionen erreichen können. Auch die indirekten Scope-3-Emissionen, beispielsweise die Emissionen der Verkehrsmittel, mit denen der Flughafen erreicht wird, müssen in Zusammenarbeit mit den Interessengruppen schrittweise Kohlenstoffneutralität erreichen (zum Beispiel das Busunternehmen, das den Flughafen anfährt). Die verbleibenden, naturgemäß notwendigen Emissionen, etwa durch die Nutzung digitaler Technologien oder durch Mobilität, müssen hingegen ausgeglichen und optimiert werden.

Airline Eco-Kriterium

Struktur des Airline Eco-Kriteriums
Wert
Durchschnittsalter der Flotte
11 Jahre
Flugzeuge mit geringem Verbrauch in der Flotte
Investitionen in eine nachhaltigere Luftfahrt
CO₂-Kompensationsprogramm
Optimierte Flugoperationen
Einführung von Öko-Programmen

Verschiedene von Fluggesellschaften umgesetzte Strategien zur CO₂-Reduzierung

Die Fluggesellschaften können Maßnahmen ergreifen, um ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. In diesem Sinne hat Airports & Travel die ihnen zur Verfügung stehenden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, etwa den Kauf neuer Flugzeuge, um das Durchschnittsalter ihrer Flotte zu senken, aber auch deren Erneuerung durch die Anschaffung von emissionsarmen Flugzeugen. Die Fluggesellschaften können außerdem Programme für Forschung & Entwicklung (oder Investitionen in eine nachhaltigere Luftfahrt) sowie zur CO₂-Kompensation der CO2-Emissionen auflegen. Die Entwicklung von Elektro- oder Wasserstoffflugzeugen erscheint vielversprechend, um zur Dekarbonisierung des Luftfahrtsektors beizutragen. Die Forschung zu nachhaltigen Flugkraftstoffen (SAF) ermöglicht es tatsächlich, die durch die Verbrennung von Kerosin verursachten Emissionen in die Atmosphäre zu verringern. Die Steuerung des Flugbetriebs, etwa durch Ökologisches Rollen, ist ein weiterer Ansatzpunkt zur Optimierung des Kraftstoffverbrauchs. Schließlich können die Fluggesellschaften Öko-Programme einführen. Diese Maßnahmen, wie das Recycling von Abfällen an Bord, stellen neben den Maßnahmen zur direkten Verringerung des CO2-Fußabdrucks des Luftfahrtsektors einen interessanten Beitrag zum Umweltschutz dar.

Technologischer Fortschritt zur Reduzierung der CO₂-Emissionen an der Quelle

Das Eco-Kriterium für Fluggesellschaften konzentriert sich auf die Treibhausgasemissionen an der Quelle und bewertet die Handlungshebel, die wirksam dazu beitragen, die CO₂-Emissionen und ihre Auswirkungen zu reduzieren. Die Gewichtung des Eco-Kriteriums für Fluggesellschaften bewertet vor allem das Durchschnittsalter der Flotte, das Vorhandensein von emissionsarmen Flugzeugen in der Flotte und die F&E (bzw. Investitionen in eine nachhaltigere Luftfahrt). Die CO₂-Kompensation und das Management des Flugbetriebs sind weiterhin ergänzende Handlungshebel. Schließlich reichen Öko-Programme nicht aus , um eine Fluggesellschaft zu einem Akteur zu machen, der aktiv zur Dekarbonisierung des Luftfahrtsektors beiträgt. Das ist ein guter Anfang, bleibt aber unzureichend. Das Eco-Kriterium für Fluggesellschaften misst ihnen daher weniger Bedeutung zu.

Das Durchschnittsalter der Flotte 

Die Fluggesellschaften investieren massiv in die Erneuerung ihrer Flotte, deren Zusammensetzung je nach Fluggesellschaft und Art der durchgeführten Flüge variiert. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich ältere und neuere Flugzeuge in derselben Flotte befinden. Airports & Travel berücksichtigt das Durchschnittsalter der Flotte und weist darauf hin, dass die Auswirkungen auf den Gesamtverbrauch an Kerosin umso größer sein können, je höher dieses ist. 

Der Anteil leistungsfähiger Flugzeuge innerhalb der Flotte der Fluggesellschaft 

Diese Komponente bewertet, ob sich emissionsarme Flugzeuge innerhalb der Flotte einer bestimmten Fluggesellschaft befinden, beispielsweise die Airbus A330 neo-series oder bestimmte Boeing-Modelle und 777X. Im Mittelpunkt stehen die derzeit eingesetzten Flugzeuge.  

Investitionen in den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF)

Die Nutzung und Entwicklung alternativer Kraftstoffe – SAF (Biokraftstoffe und synthetische Kraftstoffe) – bildet den Kern eines wirksamen Ansatzes zur Dekarbonisierung des Luftverkehrssektors. SAF (Sustainable Aviation Fuels) sind heute eine vielversprechende Lösung, die aufgrund einer noch unzureichend entwickelten und wenig wettbewerbsfähigen Lieferkette jedoch noch nicht einsatzbereit ist.

Investitionen in die Flottenerneuerung

Die Erneuerung der Flotte setzt die Anschaffung von Flugzeugen voraus, die energieeffizienter als ihre Vorgängermodelle sind. Diese Flugzeuge der neuen Generation wurden entwickelt, um den Kraftstoffverbrauch zu optimieren (treibstoffsparende Flügel, neue Triebwerke, höhere Nutzlast (optimierte Ladekapazität eines Flugzeugs zur Vermeidung eines übermäßigen Kraftstoffverbrauchs). Diese Dimension berücksichtigt die konkrete Planung dieser Art von Investitionen.

F&E für eine neue Generation umweltfreundlicher und leistungsfähiger Flugzeuge

Investitionen in die Erforschung neuer Flugzeuggenerationen beziehen sich auf neue Rumpfkonstruktionen, neue Antriebe und selbstverständlich auf wasserstoff- oder elektrisch angetriebene Flugzeuge. Dazu gehört auch die notwendige Anpassung der Infrastruktur an diese neue Art der Luftfahrt, beispielsweise durch elektrische Ladesysteme und Wasserstoffversorgungssysteme.

CO₂-Kompensationsprogramme

Derzeit gibt es 2 Arten der CO₂-Kompensation: die regulierte CO₂-Kompensation und die freiwillige CO₂-Kompensation. Beide zielen darauf ab, verbleibende CO₂-Emissionen auszugleichen, also Emissionen, die an der Quelle nicht reduziert oder beseitigt werden konnten. 

Die regulierte CO₂-Kompensation umfasst das europäische Emissionshandelssystem EU-ETS (Emission Trading Scheme bzw. Kohlenstoffmarkt) und das CORSIA (System zur Kompensation und Reduzierung von CO₂-Emissionen im internationalen Luftverkehr). 

Beide Systeme folgen derselben Logik: Der Markt legt jährlich eine bestimmte Menge an Emissionszertifikaten (oder Emissionsberechtigungen) fest, die wiederum auf alle Mitglieder des Systems verteilt wird. Diese Menge entspricht dem Volumen der Treibhausgasemissionen, die ein Unternehmen ausgleichen möchte. Sind die CO₂-Emissionen am Jahresende höher als die erworbenen Jahreszertifikate, wird das betreffende Unternehmen sanktioniert und muss neue Zertifikate kaufen, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Dies ist das Verursacherprinzip. Ein Unternehmen hingegen, das weniger emittiert hat, als es an Emissionszertifikaten erworben hat, kann diese auf das folgende Jahr übertragen. In jedem Fall trägt der zu diesem Zweck gezahlte Betrag direkt oder indirekt zur Finanzierung eines Projekts zur Reduzierung oder Bindung von Kohlenstoff bei. 

Die freiwillige CO₂-Kompensation erfüllt die regulatorischen Anforderungen (in Bezug auf Siegel, Überwachung, Überprüfung usw.) nicht oder nur in geringem Umfang. Jede Organisation kann ihr ökologisches Engagement durch die Finanzierung von Projekten zur Reduzierung oder Bindung von Kohlenstoff nachweisen, etwa von Aufforstungsprojekten, Projekten für erneuerbare Energien oder zur rationellen Energienutzung. 

Die Optimierung des Flugbetriebs

Dabei geht es um die Steuerung des Flugverkehrs sowie der Abläufe in der Luft und am Boden durch die Fluggesellschaften. Diese Komponente umfasst sämtliche Maßnahmen, die eine Fluggesellschaft zur Optimierung ihres Kraftstoffverbrauchs ergreifen kann: Verbesserung der Flugplanung, Optimierung der während des Fluges beförderten Nutzlast bzw. Fracht sowie Wartung und Zustand des Flugzeugs. Diese Maßnahmen sind besonders wirksam, wenn sie mit den Maßnahmen der Flughäfen kombiniert werden, insbesondere mit dem ökologischen Rollen und der Optimierung der APU (Auxiliary Power Unit bzw. Hilfstriebwerk – GAP) usw.

Weitere Umweltinitiativen

Fluggesellschaften können auf weitere Strategien zurückgreifen, um ihre ökologischen Auswirkungen zu verringern. Ökoprogramme beziehen sich eher auf die Umweltauswirkungen als auf den CO₂-Fußabdruck. Dazu kann die Einführung einer Politik ohne Einwegplastik an Bord ihrer Flüge oder auch das Recycling von Geschirr gehören. 


Weitere Informationen:

Ministerium für ökologischen Wandel und territorialen Zusammenhalt – Luftfahrt und Umwelt

System zur Kompensation und Reduzierung von CO₂-Emissionen im internationalen Luftverkehr – CORSIA

Fahrplan zur Dekarbonisierung des Luftfahrtsektors

Der freiwillige CO₂-Ausgleich – Vorgehensweisen und Grenzen – ADEME

Eco-Kriterium Strecke

Struktur Eco-Kriterium Strecke
Wert
Durchschnittliche Flugdauer auf der Strecke
größer oder gleich 5 Stunden
Siegel der Airport Carbon Accreditation (ACA) – Abflughafen
Niveau 3
Siegel der Airport Carbon Accreditation (ACA) – Flughafen: Ankunft
Niveau 3
CO₂-kompensierte Flugstrecke

Der CO₂-Fußabdruck ist proportional zu den Luftstrecken

Eine Luftstrecke ist eine von einer oder mehreren Fluggesellschaften betriebene Strecke zwischen zwei Flughäfen, einem Abflug- und einem Zielflughafen. Offensichtlich gilt: Je länger ein Flugzeug fliegt, desto höher sind die Emissionen. Das Eco-Kriterium Luftstrecke bewertet die energetischen Auswirkungen einer Luftstrecke anhand der durchschnittlichen Flugdauer, der von den Abflug- und Zielflughäfen ergriffenen Umweltmaßnahmen sowie der für die Leistungsfähigkeit der Fluggesellschaften relevanten Parameter. Zu den wieder in die Berechnung einbezogenen Elementen gehören daher sowohl die Dimensionen „Flughafen“ und „Fluggesellschaft“ des Eco-Kriteriums als auch die Berücksichtigung der Kompensation von Luftstrecken innerhalb des französischen Staatsgebiets.

Entfernung, Fluggesellschaften, Flughäfen und Entschädigung – die Faktoren einer Luftstrecke

Airports & Travel bekräftigt seinen Willen, ein objektives und transparentes Eco-Kriterium zu entwickeln, das den europäischen und internationalen Richtlinien entspricht. Beim Eco-Kriterium „Luftstrecke“ hat die durchschnittliche Flugdauer der Strecke das höchste Gewicht, da sie die Höhe der CO2-Emissionen direkt bestimmt. Das Siegel der Airport Carbon Accreditation (ACA) steht als anerkanntes und zuverlässiges Programm für Umweltmanagement an zweiter Stelle. Auf internationaler Ebene ist die CO₂-Kompensation von Luftstrecken derzeit noch wenig entwickelt. Da sie bislang nur auf Strecken innerhalb des französischen Staatsgebiets Anwendung findet, ist die Gewichtung dieses Indikators derzeit begrenzt. Airports & Travel möchte konkrete Umweltinitiativen aufwerten, anstatt Untätigkeit zu bestrafen.

Die durchschnittliche Flugdauer der Luftstrecke 

Eine Strecke ist die Flugverbindung zwischen zwei Reisezielen. Ihre Dauer, die von der Entfernung abhängt, bestimmt den CO2-Fußabdruck: Je größer die Entfernung, desto höher ist naturgemäß der CO2-Fußabdruck. 

Das Siegel der Airport Carbon Accreditation (ACA)  

Dabei handelt es sich um das weltweit einzige Zertifizierungsprogramm für das CO2-Management von Flughäfen, das von Institutionen anerkannt ist. Es bietet 7 Akkreditierungsstufen (1, 2, 3, 3+, 4, 4+, 5), um die Dekarbonisierung des Flughafenbetriebs anzuregen, zu unterstützen und zu begleiten. Das ACA-Label wird ab Stufe 3 „Optimization“ aussagekräftig (Weiteres dazu im Abschnitt Eco-Kriterium Flughafen).

Die CO₂-Kompensation der Luftstrecke auf französischem Staatsgebiet 

Die vorgeschriebene CO₂-Kompensation kann auf dem europäischen Markt für Emissionszertifikate (EU-ETS) oder über CORSIA erfolgen. In Frankreich verpflichtet Artikel 147 des Klima- und Resilienzgesetzes seit dem 15. März 2023 Inlandsflüge dazu, vollständig über den EU-ETS-Markt kompensiert zu werden. Gewerbliche Luftfahrzeugbetreiber unterliegen diesem europäischen Ausgleichssystem ebenso wie Betreiber, die Inlandsflüge zwischen zwei Flughäfen auf französischem Staatsgebiet durchführen und deren Emissionen über 1.000 Tonnen CO2 pro Jahr liegen. Somit gilt dieses Eco-Kriterium ausschließlich für Luftstrecken, die auf französischem Staatsgebiet betrieben werden. 

Eco-Kriterium Flug

Struktur – Eco-Kriterium – Flug
Wert
Direkter Flug
Flugdauer
größer oder gleich 5 Stunden
Flugzeug mit geringem Verbrauch
Verwendung von SAF für den Flug
Durchschnittliche Flugdauer auf der Strecke
größer oder gleich 5 Stunden
Siegel der Airport Carbon Accreditation (ACA) – Abflughafen
Niveau 3
Siegel der Airport Carbon Accreditation (ACA) – Flughafen: Ankunft
Niveau 3
CO₂-kompensierte Flugstrecke
Durchschnittsalter der Flotte
11 Jahre
Flugzeuge mit geringem Verbrauch in der Flotte
Investitionen in eine nachhaltigere Luftfahrt
CO₂-Kompensationsprogramm
Optimierte Flugoperationen
Einführung von Öko-Programmen

Die Energieeffizienz eines Fluges spielt eine entscheidende Rolle

Das Eco-Kriterium „Flug“ bewertet die Energieeffizienz eines bestimmten Fluges. Es berücksichtigt, ob es sich um einen direkten oder indirekten Flug handelt, die Flugdauer, den für den Flug eingesetzten Flugzeugtyp (Flugzeuge der neuen Generation verbrauchen weniger) sowie die Nutzung von SAF oder den Verzicht darauf. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf den Treibhausgasemissionen an der Quelle sowie auf konkreten Maßnahmen, mit denen sich diese wirksam reduzieren lassen. Das Eco-Kriterium „Flug“, das umfassendste Kriterium, berücksichtigt sämtliche Variablen des Eco-Kriteriums, insbesondere das der Luftstrecke.

Emissionsarme Flugzeuge – die einzige praktikable Lösung, die es derzeit gibt

Bei der Gewichtung des Eco-Kriteriums Flug wird davon ausgegangen, dass die Frage, ob ein Flug direkt oder mit Anschluss erfolgt, seine Dauer sowie der Flugzeugtyp, der für den jeweiligen Flug eingesetzt wird, die aussagekräftigsten Indikatoren für den CO2-Ausstoß eines Flugs auf derselben Strecke sind. Ein Flug mit Anschluss verursacht deutlich mehr CO2-Emissionen als ein direkter Flug. Ebenso verbraucht ein energieeffizientes Flugzeug weniger Energie als ein Flugzeug älterer Generation. Angesichts der begrenzten Entwicklung alternativer Kraftstoffe und der derzeit geltenden, nicht ausreichend fördernden Gesetzgebung ist die Nutzung von SAF momentan der am wenigsten wichtige Indikator des Eco-Kriteriums Flug. Airports & Travel ist bestrebt, belastbare und zukunftsfähige Eco-Kriterien zu entwickeln. Die Gewichtung von SAF bei einem Flug wird künftig voraussichtlich zunehmen, sobald SAF in größerem Umfang eingesetzt werden. 

Direkter oder indirekter Flug 

Der Start und das Erreichen der Reiseflughöhe sind die Flugphasen, in denen der Kerosinverbrauch am höchsten ist. Daher verbraucht ein direkter Flug weniger als ein Flug mit Zwischenstopps, bei dem diese Vorgänge wiederholt werden müssen. Dieser Aspekt ist daher für Reisende relevant, die ihre Entscheidung bewusster treffen und nachhaltiger reisen können, da sogenannte „Point-to-Point“-Flüge bei gleicher Auslastung umweltfreundlicher sind. Darüber hinaus sind die Flugpreise ein wichtiges Auswahlkriterium für Reisende. Da ein Flug mit Umstieg günstiger sein kann als ein direkter Flug, wird deutlich, dass die Verantwortung sowohl bei der Fluggesellschaft, die solche Flüge anbietet, als auch bei den Reisenden liegt, die sich dafür entscheiden. Je nach Strecke ist dies somit eine konkrete Möglichkeit, den Energieverbrauch wirksam zu senken und die Treibhausgasemissionen zu begrenzen. 

Die Flugdauer 

Es liegt auf der Hand: Je länger ein Flug dauert, desto höher sind die CO2-Emissionen in die Atmosphäre. Daher könnte jede kurze Strecke als umweltfreundlicher gelten, da sie weniger Emissionen verursacht. Diese Argumentation hat jedoch ihre Grenzen, denn die Notwendigkeit eines Fluges kann durch das Reiseziel selbst vorgegeben sein. Der Aspekt „Flugdauer“ bleibt sinnvoll, dient im Eco-Kriterium Flug jedoch lediglich als Richtwert. Mit anderen Worten: Es geht nicht darum, Fluggesellschaften zu benachteiligen, die Langstreckenflüge durchführen, und diejenigen zu loben, die Kurzstreckenflüge anbieten. Das Ziel bleibt dasselbe: die Treibhausgasemissionen so weit wie möglich zu begrenzen. Im Gegensatz dazu ergänzt Airports & Travel seine Bewertung der Energieeffizienz eines Fluges durch den Indikator „Direkt- oder indirekter Flug“, der für die Ermittlung des CO2-Fußabdrucks eines Fluges aussagekräftiger ist. 

Der für den Flug eingesetzte Flugzeugtyp 

Airbus und Boeing haben Flugzeugfamilien entwickelt, die energieeffizienter sind. Zu nennen sind beispielsweise die A330neo-Familie von Airbus sowie die Boeing 747-8 und 777X.
Diese Flugzeuge sind hinsichtlich Treibstoffverbrauch, verfügbarer Ladekapazität sowie Triebwerksleistung und Flugzeugarchitektur auf dem neuesten Stand der Technik (z. B. Flügelendstücke wie „Sharklets “ oder „Winglet“). So ermöglichen die A320neo beispielsweise eine um 15 % höhere Treibstoffeffizienz im Vergleich zu den herkömmlichen A320. Die Flugzeuge der neuesten Generation von Airbus und Boeing sind dank ihrer Bauweise zudem umweltfreundlicher. Bei bestimmten Modellen wie dem A350-1000 sind die verwendeten Materialien widerstandsfähiger und steifer (sie bestehen aus Titan, Aluminiumlegierungen und kohlenstofffaserbasierten Verbundwerkstoffen), wodurch das Gewicht des Flugzeugs reduziert wird. Schließlich hängt die Leistungsfähigkeit eines Flugzeugs auch von seinem Antrieb ab. Die Triebwerke Rolls-Royce Trent XWB ermöglichen eine Verringerung der CO2-Emissionen um 25 % und der Lärmbelastung um 40 % im Vergleich zu älteren Flugzeugen.
Der Einsatz eines Flugzeugs der neuesten Generation für einen bestimmten Flug ist somit eine gute ökologische Maßnahme, insbesondere bei Langstreckenflügen oder Flugplänen, die einen Zwischenstopp erfordern. 

Einsatz von SAF für den Flug 

Alternative Kraftstoffe (Biokraftstoffe und synthetische Kraftstoffe) sind noch zu wenig entwickelt, da es bislang kaum eine entsprechende Infrastruktur gibt, was zu Kosten führt, die für Fluggesellschaften und Flughäfen zu hoch und nicht rentabel sind. Obwohl sich die europäische Gesetzgebung in diesem Bereich weiterentwickelt hat und darauf abzielt, SAF bis 2050 in einem Anteil von 70 % im Flugverkehr einzusetzen , bleibt ihre heutige Nutzung marginal. Der Preis dieser Biokraftstoffe kann nämlich bis zu viermal so hoch sein wie die Betriebskosten bei Verwendung von Kerosin. 
Dennoch ist ihre Wirksamkeit nachgewiesen. Biokraftstoffe, die aus Speiseölen, bestimmten Algen oder tierischen Fetten hergestellt werden, können von Luftfahrzeugen ohne notwendige Änderungen bis zu einem Anteil von 50 % eingesetzt werden und eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um bis zu 80 % ermöglichen.
Synthetische Kraftstoffe (durch Elektrolyse erzeugter Wasserstoff) eröffnen die Perspektive eines vollständig CO2-neutralen Kraftstoffs, vorausgesetzt, dass bei der Erzeugung dieser Energie kein CO2 ausgestoßen wird. 
Wie jede Branche, die sich noch entwickeln muss, bringen auch Biokraftstoffe Fragen der Nachhaltigkeit mit sich. Es muss sichergestellt werden, dass ihr Anbau nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurriert und ihre großflächige Herstellung die Ökosysteme nicht aus dem Gleichgewicht bringt, insbesondere bei Algen. 

NACHRICHTEN ZU ÖKOLOGISCHEN THEMEN

Internationale Flüge: Die EU bereitet ab 2029 neue CO₂-Kosten vor

Internationale Flüge: Die EU bereitet ab 2029 neue CO₂-Kosten vor

Die Europäische Union will die Reduzierung der Emissionen des Luftverkehrs beschleunigen. Ab 2029 könnten internationale Flüge mit einer Entfernung von weniger als 5.000 Kilometern, die in Europa starten oder Europa als Reiseziel haben, in das europäische CO₂-Quotensystem aufgenommen werden. Diese Entwicklung dürfte insbesondere bestimmte Verbindungen zwischen Europa und seinen Nachbarländern betreffen.

Bisher galt das europäische Emissionshandelssystem, kurz ETS, hauptsächlich für Flüge innerhalb Europas. Mit dieser Ausweitung wäre eine Verbindung wie Paris–Istanbul von zusätzlichen CO₂-Kosten betroffen. Längere Flüge zu Reisezielen wie New York, Tokio oder China blieben dagegen zunächst ausgenommen. Auch Flüge mit Privatjets wären betroffen.

Diese Maßnahme soll die Fluggesellschaften dazu bewegen, ihre Emissionen zu reduzieren. Sie bereitet jedoch einem Teil der europäischen Luftfahrtbranche Sorgen. Die Fluggesellschaften befürchten, gegenüber ausländischen Fluggesellschaften, die nicht denselben Regeln unterliegen würden, an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Daher fordern sie einen internationalen Ansatz, insbesondere im Rahmen des von der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation gesteuerten CORSIA-Systems.

Europa plant außerdem, die Fluggesellschaften bei ihrem Übergang zu unterstützen. Zwischen 2029 und 2040 sollen 15 Milliarden Euro für die Entwicklung nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) bereitgestellt werden. Dieser Betrag soll eine umfangreichere Produktion kohlenstoffärmerer Kraftstoffe fördern und ihre Kosten langfristig senken.

Das Vorhaben könnte sich noch weiterentwickeln. Sollten die internationalen Bemühungen unzureichend bleiben, erwägt die Europäische Union, die CO₂-Bepreisung ab 2032 weiter auszuweiten. Dann könnten alle internationalen Flüge ab Europa betroffen sein, unabhängig von ihrer Entfernung.

Für Reisende könnte diese Entwicklung daher indirekte Auswirkungen auf die Ticketpreise haben. Für die Luftfahrtbranche steht sie vor allem für den Willen, die Verursacher von CO₂-Emissionen stärker zur Kasse zu bitten und die Entwicklung von Alternativen zum herkömmlichen Kerosin zu beschleunigen.

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